Das soziokulturelle Projekt „Juwelier des Ostens“ ist das erste in einer Reihe von Projekten mit Flüchtlingen, die der Hamburger Künstler Filomeno Fusco entwickelt hat. Mit dem Label „des Ostens“ dockt Fusco an  unterschiedliche bestehende wirtschaftliche und institutionelle Strukturen an und initiiert dort temporäre Projekte.

Für das erste Projekt wandelt er das Restaurant „Juwelier“ in Hamburg in das „Juwelier des Ostens“ um. Gemeinsam mit Lutz Bornhöft, Besitzer und Chefkoch des  Restaurants, realisiert er das gastronomische Konzept. Lutz Bornhöft entwickelt   gemeinsam mit seinem Team und den beteiligten Neuhamburgern die Speisenkarte.

Ein weiterer Bestandteil des Projektes ist ein musikalisches Programm, in dessen Rahmen Hamburger Musiker mit Neuhamburgern bekannt gemacht werden und erstmals gemeinsam musizieren.

Der„Juwelier des Ostens“ präsentiert sich für die Zeit zwischen dem 1. August und dem 3. September als ein soziokulturellen Raum, in dem sich Menschen aus Orient und Okzident begegnen und Arbeiten und Essen als kommunikativen Prozess und ästhetisch künstlerische Erfahrung zelebrieren.

Beim Kochen werden verschiedenste Zutaten zu etwas ganz Neuem zusammengefügt. In diesem Sinne verbindet der „Juwelier des Ostens“ nicht nur die orientalische mit der europäischen Küche sondern auch die Menschen, egal, ob sie die Speisen nun zubereiten oder genießen. Gemeinsames Kochen, Essen und sich Kennenlernen als Metapher für eine angestrebte gesellschaftliche Realität – im „Juwelier des Ostens“ wird das für fünf Wochen Wirklichkeit.

Die Neuhamburger aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Libanon kochen mit viel Liebe Gerichte aus ihrer Heimat und servieren diese ihren Gästen, die so eine kulinarische Rundreise unternehmen. Am Tisch kommt man rasch ins Gespräch und  lernt sich von Gang zu Gang besser kennen. Dadurch wird, ganz nebenbei, die sprachliche Entwicklung der Hobbyköche gefördert – auch weil die Mitglieder der angestammte Küchencrew des „Juwelier“, die GastköchInnen beim professionellen Kochen der exotischen Speisen unterstützen und auf diesem Weg ihren neuen Kollegen jede Menge Fachvokabular vermitteln.

So werden für fünf Wochen Abend für Abend der Duft von Koriander, Kardamom, Kreuzkümmel, Knoblauch und frisch gebackenem Tonofenbrot durch die Weidenallee in die hoffentlich lauen Sommernächte hinausziehen. Und selbst wenn sich der Hamburger Sommer mal wieder als Fata Morgana entpuppen sollte, wird das der guten Stimmung keinen Abbruch tun.

Gemeinsam mit Hamburger DJ’s, die sich gut in der orientalischen Musikszene auskennen, wie zum Beispiel DJ Plazebo, Douglas Campbell aka International Idiot und Carsten Meyer alias DJ Erobique, unterhalten in unregelmäßigen Abständen unter anderem Musiker der Gruppe „Friends without Frontiers“ von der Embassy of Hope am Thalia-Theater in der Gaußstraße die Gäste musikalisch.

Juwelier des Ostens

Ein sozio-kulturelles Projekt mit NeuhamburgerInnen.

1.8. -3.9.2016